Verschleiern!

Der Großmeister weiblicher Verpackungskunst, Karl Lagerfeld, ist gegangen.

Er hat Frauen und Männer zu Hinguckern gemacht, zu wandelnden Kunstwerken.

Ursprünglich hatte Kleidung eher praktische Bezüge und war ein Schutz vor Kälte, Wind und Wetter.

In religiösen Zusammenhängen dann auch ein Schutz vor anzüglichen Blicken oder Ausdruck göttlich-majestätischer Pracht.

Die Aufmerksamkeit für das andere Geschlecht hat schwere Konkurrenz bekommen durch ein unscheinbares, kleines, rechteckiges Spielzeug, das die Menschen voneinander ablenkt und sie stundenlang jeden Tag in Beschlag nimmt.

Statt mit denen zu kommunizieren, die um uns herum sind, unterhalten wir uns eher anonym mit anderen, die weit weg sind.

Da geht viel Unmittelbarkeit verloren und von daher wünsche ich mir manchmal einen Schleier um das Handy herum, damit es seine magische Anziehungskraft verliert und wir uns wieder mehr dem widmen, der unser Nächster ist.

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2 Gedanken zu „Verschleiern!“

  1. das ist interessant mit dem Bekleiden und Verschleiern. In der hebräischen Sprache wird Kleid und Betrug von derselben Wortwurzel gebildet – beged (Kleid) bagad (betrog)

    1. Beides liegt wohl nahe beieinander. Wird etwas verschleiert, will man vielleicht betrügen, legt jemand den Schleier ab, wirkt er oder sie zu verführerisch und betrügt vielleicht auch den ursprünglichen Partner, und und und…

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