Himmelfahrt

Was geschieht, wenn der Christus, der schon bei seiner Verklärung gezeigt hat, dass er wie die Sonne leuchten kann, in den Himmel aufsteigt?

Sein Auferstehungsleib wird zur Lichtgestalt, die über das Spektrum der Regenbogenfarben entschwindet.

Diese Farbigkeit schenkt sich aber nicht nur in den Himmel hinein, sondern auch zur Erde hin.

Auf dem heute morgen im Allgäu aufgenommenen Bild sieht man sehr schön, wie die Landschaft förmlich gebadet wird im Licht.

Und das, was die physische Sonne vormacht, vollzieht der Christus auf geistiger Ebene ganz entsprechend.

Von daher ist Himmelfahrt jedes Jahr ein großes Farbengeschenk auch an die Erde, die es dankbar tief in sich einsaugt wie ein trockener Schwamm und damit Regenerationsimpulse empfängt.

Wir können daran anknüpfen, wenn wir aus den Höhen die Regenbogenfarben erbitten, durch uns hindurch strömen lassen und an die Erde weiterschenken.

Wo sich Himmelfahrt und Erdenfahrt der Farben die Hand reichen, atmet die Erde Hoffnungsluft und Zuversicht, dass wir den (Klima)Wandel schaffen werden.

Würde

Leider bleibt der Artikel 1 unseres Grundgesetzes, der heute 70. Geburtstag feiert, oft ein Konjunktiv, also eine Möglichkeitsform, an deren Ausgestaltung es mangelt.

Würden wir die Würde des Menschen tatsächlich vollumfänglich anerkennen, sähe die Welt ganz anders aus.

Aber immerhin hat dieses Postulat jetzt 70 Jahre durchgehalten und es darf hinterfragt werden, wie es damit weitergehen soll.

Ich würde gerne den Begriff der „Würde“ auf die ganze Schöpfung ausdehnen, die unter der „Bürde“ unserer Missachtung leidet, einschließlich der Tiere und Pflanzen.

Da ist noch viel Handlungsbedarf, ansonsten wird unserer „verbrauchter“ Planet eine „Hürde“, die wir nur schwer überwinden.

Europa

Es wird spannend am kommenden Sonntag, wenn das neue Europaparlament gewählt wird.

Zwischen Russland und Amerika steht Europa gerade in der Zerreißprobe, ob sich die Menschen durch Fake News dazu hinreißen lassen, das Zusammenwirken der Vielfalt der Völker immer mehr aufzukündigen und Alleingänge zum Heil zu versuchen.

Wo die hinführen, könnte man leicht an der Türkei, Ungarn, Großbritannien und Amerika ablesen, bevor man sich entscheidet, in dasselbe Horn zu blasen.

Zumindest wählen sollte man gehen, damit die eigene Stimme und Meinung mitgezählt wird und sich in dem Wahlergebnis niederschlägt.

Was dann dabei heraus kommt, werden wir wohl erst einmal akzeptieren müssen.

Die Wiese

Obwohl am 4. Mai der Bericht der Konferenz zur Weltbiodiversität aus Paris die Medienwelt aufgeschreckt hat, wollte man am 6. Mai die Wälder Brandenburgs mit dem Insektengift „Karate Forst“ aus der Luft besprühen, um die Nonnenraupen, aber damit auch viele andere Gliederfüßler zu töten.

Dabei weiß man schon lange, dass Monokulturen zu erhöhter Waldbrandgefahr und einseitigem Insektenbefall beitragen und man nur mehr Mischwald anlegen müsste, um diese Probleme in den Griff zu bekommen.

Aber der Einsatz von Giften ist nicht nur in der Kriegsführung, sondern auch in der Landwirtschaft und natürlich auch in der Medizin zur Standardwaffe geworden.

Chemotherapie und das Impfen kleinster Kinder mit Giftstoffen wird zunehmend sogar zwangsverordnet, wenn die Eltern sich dagegen wehren sollten.

Ein wunderschöner Film über „Die Wiese – Das Paradies nebenan“ kann uns da eines Besseren belehren und lässt uns eintauchen in den Mikrokosmos vor der Haustüre.

Wenn da nicht die Rasenmäher wären, die in diesen Tagen das aufkeimende Wachstum gleich wieder zunichte machen.

Geburtstagsfragen

Gestern wurde ich wie jedes Jahr mit meinem Geburtstag konfrontiert.

Was fragt der Geburtstag uns, habe ich mich gefragt.

Mit Kaffee und Kuchen und „sich feiern lassen“ muss es ja nicht getan sein.

Was aber dann?

So sind die folgenden Zeilen entstanden, die sich natürlich auch jeder andere stellen kann, der irgendwann mal wieder Geburtstag hat.

Denn leider vergessen wir ja erst einmal, warum wir uns überhaupt inkarniert haben und manchmal dauert es ziemlich lange, bis wir drauf kommen, was der Grund gewesen sein mag.

Der eine oder andere wird ihn vielleicht nie erfahren, weil er nicht gewusst hat, dass man sich diese Fragen stellen kann und es darauf sogar Antworten gibt.

Arme Künstler

Der neue Film über Vincent van Gogh, „An der Schwelle zur Ewigkeit“, zeigt in eindringlichen Bildern, wie einsam mancher Künstler mit seinen Wahrnehmungen gelassen wird.

Wäre da nicht der einfühlsame Bruder gewesen, hätten wir heute wahrscheinlich nicht diese Fülle an Bildern dieses zu Lebzeiten verkannten Malers in den Museen hängen.

Gott sei Dank reicht oft nur ein verständnisvoller Mensch, um das Lebenswerk eines in die Zukunft schauenden Menschen zu hüten und zu retten.

Wer heute das Internet durchforstet, sieht, dass sich ganz viele Menschen künstlerisch betätigen, weil es ihnen einfach Freude macht.

Es stimmt immer mehr der Spruch von Joseph Beuys: „Jeder Mensch ein Künstler“.

Was und wer dann von den vielen Künstlern langfristig geliebt und verehrt wird, müssen wir abwarten.

Tier und Mensch

Heute vor einer Woche haben uns nicht nur die unerwarteten Anschläge in Colombo erschüttert.

Mich hat auch die Aussage des Bischofs von Colombo betroffen gemacht, dass die Attentäter keine Menschen, sondern Tiere seien.

Das ist eine Beleidigung unseres Schöpfers, der uns in der Tierwelt die wunderbarsten Eigenschaften vor Augen führt, von denen wir etwas lernen können.

Tiere töten nur, um zu überleben oder ihr Revier zu verteidigen und kämen nie auf die Idee einer solchen Bluttat.

Was Menschen dazu bringt, andere gläubige oder unschuldige Menschen zu ermorden, hat nichts mit den Tieren in der Natur zu tun, sondern mit den gefallenen Wesen, die den Menschen so verführen können, dass er tatsächlich glaubt, damit Gott noch einen Gefallen zu erweisen.

Gerade ein Bischof sollte sich mit den geistigen Wesen so gut auskennen, dass er sie unterscheiden kann und weiß, zu was sie fähig sind und wie wir sie in ihre Schranken weisen.

Vom Fischreiher lerne ich u.a. geduldiges Ausharren ohne „murren und knurren“.

Karsamstag

Was am Karsamstag geschieht, ist für die äußeren Augen unsichtbar.

Nach der großen Dramatik des Karfreitags versinkt das Passionsgeschehen in eine scheinbare Stille.

Im Innern der Erde setzt sich die Auseinandersetzung mit dem Bösen aber fort, indem der Christus den gefallenen Wesen jenen Bereich abringt, den man wirklich das Tote nennen darf, wo kein Leben mehr herrscht.

Und auch Seelen, die in diese Bereiche gelockt worden sind, werden aus diesem Bannkreis befreit und herausgeführt.

Das ist der „okkulte“ Teil der Auferstehung, die mit dem Ostersonntag dann hell strahlend auch für die Augen der Jüngerinnen und Jünger „oberirdisch“ sichtbar wird.

Notre Dame

In Paris hat es in letzter Zeit oft gebrannt durch die Ausschreitungen in Verbindung mit den Demonstrationen der Gelbwesten.

Mit dem Brand von Notre Dame dürfte aber kaum jemand gerechnet haben (in St. Sulpice, der zweitgrößten Kirche in Paris, brannte allerdings erst vor 4 Wochen am 17.3. eine Türe).

Obwohl die Kirche im übertragenen Sinne schon lange „brennt“ und die Mitglieder scharenweise davonlaufen, weil sie die Missbrauchsskandale mit ihrer Kirchensteuer nicht auch noch mitfinanzieren wollen.

Das scheint aber in dieser Notsituation keine Rolle zu spielen.

Mit großzügigen Spenden der Superreichen soll die offene Wunde schnell wieder geschlossen werden.

Die verzweifelten Menschen in Mosambik reiben sich wahrscheinlich verwundert die Augen, wie viel Geldspenden ein solcher Kirchenbau in kürzester Zeit freisetzen kann.

Eines lehrt uns Notre Dame auf jeden Fall:

Während Napoleons „Kaiserreich“ längst versunken ist, hat die Dornenkrone Christi auch diesen Angriff heil überstanden und weist uns noch einmal ausdrücklich auf den wahren Herrn hin, den wir in dieser Karwoche liebevoll und tröstend begleiten dürfen bis zu seiner Auferstehung.

 

Trost

Es gibt Situationen im Leben, da sind wir „untröstlich“, da bricht unsere ganze Welt zusammen und es geht nicht mehr vorwärts und auch nicht zurück.

Wenn wir aus der ersten Schockstarre erwacht sind, hilft tiefes Durchatmen und die Gewissheit, dass es in der Schöpfung keinen Stillstand gibt, sondern stetige Entwicklung, sodass auch wir uns aus diesem Loch irgendwann herausbewegen können.

Ein zweiter Ansatz kann sein, diesen Tiefpunkt dafür zu nutzen, über den eigenen Weg nachzudenken, der uns da hin geführt hat und wo wir selbst unseren Anteil daran hatten.

Sind wir so innerlich weich geklopft, zeigen sich allmählich Lösungswege und wir nehmen wieder das Ruder unseres Schicksals in die Hand.

Dies ist ein Beitrag zum Aufruf der Blogparade „Trost“ von Jecas Blog Psycho-Psyche-Therapie.