30 Jahre Mauerfall

Morgen feiern wir 30 Jahre Mauerfall und damit die Wiedervereinigung des geteilten Deutschlands.

Rückblickend ist man stolz auf die wunderschön renovierten Innenstädte, die das Einheitsbraun der DDR-Zeit farbenfroh überwunden haben.

In den Seelen vieler Menschen des Ostens sieht es aber nicht so rosig aus, weil sie sich von der Vereinnahmung des Westens doch etwas überrollt gefühlt haben und die eigenen Errungenschaften zu wenig gewürdigt wurden.

Die Würdigung der „Anderen“ ist weltweit ein Problem geworden und die Mauern der Abschottung nehmen eher zu denn ab.

Wir sollten mehr hinhören auf die Anliegen der Menschen, die fluchtartig ihr Land verlassen, weil unsere Konzerne der eigenen Volkswirtschaft den Boden entzogen haben und unsere exportierten Waffen ihr Leben bedrohen.

Die Diskussion um Aufnahmekontingente von einigen hundert Menschen wirkt lächerlich angesichts der Verzweiflung von Millionen Menschen, die nicht wissen, wie und wovon sie leben sollen.

Ohne globales Mitgefühl und daraus resultierende andere Verhaltensweisen werden wir diese wachsenden Probleme nicht in den Griff bekommen.

Und durch noch mehr Mauern und Stacheldraht erst recht nicht.

Uluru

Ein Rückschritt kann manchmal auch ein Fortschritt sein.

Seit gestern darf der Heilige Berg der Australier, der jetzt wieder „Uluru“ heißt und von den Einwanderern „Ayers Rock“ genannt wurde, nicht mehr bestiegen werden.

Diese Rückbesinnung auf die Gefühle und Traditionen der Ureinwohner freut mich, weil sie von einer wachsenden Sensibilität für die Anliegen der Altvorderen zeugt.

Wenn das so weiter ginge, bekämen vielleicht auch irgendwann die Kurden, die Armenier, die Indianer und viele andere Volksstämme ihr Land oder ihre Heiligtümer zurück, aus denen man sie vertrieben hat.

Mit afrikanischen Ländern laufen gerade Verhandlungen, welche Kunstschätze in ihre alte Heimat zurück kommen sollten, weil sie zur Identitätsfindung der dort lebenden Menschen einen wichtigen Beitrag leisten könnten.

Das sind alles Fragen von Gerechtigkeit und Aussöhnung.

Auch Bergen kann man gerecht werden und sich mit ihnen versöhnen.

Wer den Hüter eines Berges achtet und fragt, ob er den Berg oder eine Höhle besuchen darf, ist auf jeden Fall sicherer unterwegs als jemand, der sich darüber keine Gedanken macht und einfach drauf los marschiert.

Sprachmissbrauch

Die Häme im Internet nimmt immer mehr zu und wird im Moment breit diskutiert.

Eine Anwaltskanzlei klagt nun sogar gegen die Richter, die durch ihr schwaches Urteil Renate Künast nicht genug in Schutz nahmen vor übler Nachrede.

Auch Facebook soll mehr zur Verantwortung gezogen werden in Bezug auf das Löschen von Hasskommentaren.

Das Problem der „Umweltverschmutzung“ haben wir also spiegelbildlich nicht nur in der Natur, sondern auch im Gebrauch „schmutziger“ Sprache, wodurch jede Menge „Müll“ produziert wird.

Dabei ist die Sprache ein so kostbares Gut, das dem Urmenschen geschenkt wurde, noch bevor er sich in Männlich-Weiblich differenziert hatte (1.Moses 2,20).

Dass Tiere, Pflanzen und sogar Steine miteinander kommunizieren, wird zunehmend erkannt.

Aber reden die schlecht übereinander? Davon habe ich noch nichts gehört.

Also packen wir uns bei der eigenen Ehre und hören auf, uns verbal tief gehende Verletzungen zuzufügen, die oft schwerer wiegen als jede äußere Schramme.

Darauf zu achten sollten wir nicht noch mehr Gesetzen überlassen, sondern unserem anvertrauten Menschenverstand.

Michaeli

Heute, am 29. September, ist der Gedenktag des Erzengels Michael.

Er ist seit alters her dafür bekannt, dass er den Menschen dabei hilft, mit den gefallenen Engeln zurecht zu kommen und sie in die Schranken zu weisen (Apokalypse Kp.12,7).

Rudolf Steiner hat dieses Fest sehr betont und an den Waldorfschulen wird es entsprechend bedacht und gefeiert.

Umso mehr hat es mich überrascht, dass in der Sendung „Kontraste“ am 26.9.19  die Redakteure Anstoß daran genommen haben, dass beim Fernstudium für Waldorflehrer in Jena auch das Thema „Engel, Elementarwesen und Dämonen“ auf dem Lehrplan steht.

Als ob Engel eine Spezialität der Anthroposophie wären.

In der Bibel sind Engel und Dämonen allgegenwärtig und die christlichen Feste – wenn auch kommerziell ausgeschlachtet – werden immerhin noch gefeiert.

Noch überraschender war allerdings die Reaktion des Sprechers des Bundes der Freien Waldorfschulen, Hennig Kullak-Ublick, der ganz verwirrt darauf reagierte, dass das Thema Engel etc. gelehrt wird und das aber für falsch hielt.

Was sollen Waldorflehrer den Kindern dann über Michaeli erzählen, wenn sie im Studium nichts davon gehört haben?

Dann kann ich ihnen nur noch mit einem Lied weiterhelfen, das den Erzengel Michael besingt, denn es wäre schade, wenn nicht einmal mehr in Waldorfschulen den Kindern vermittelt würde, wer sich des Bösen in der Welt annimmt.

Prima Klima!

Was ist das für ein denkwürdiger Tag heute, an dem weltweit so viele Menschen wie noch nie für eine gemeinsame Sorge auf die Straßen gegangen sind.

Das ist die Gelegenheit, die Forderung nach Schutzmaßnahmen für das Klima einmal auszudehnen auf das Klima in den Familien, in den Betrieben und in den sozialen Netzwerken.

Da täte manchmal auch ein Klimawandel gut, sodass sich die Atmosphäre unter den Menschen verbessert und sich alle wohl und geschätzt fühlen.

An diesem Klimawandel kann jeder sofort etwas ändern und wenn wir das weltweit tun, braucht es wahrscheinlich viel weniger Gesetze und Verordnungen, die uns einen zurückhaltenden Lebensstil aufzwingen.

Wir werden freiwillig nach Wegen suchen, wie wir auch auf die Erde mehr Rücksicht nehmen können.

Denn das haben wir dann ja gelernt im herzlichen Umgang miteinander und brauchen es nur noch auf alle Naturreiche übertragen.

Tag der Patientensicherheit

Heute ist zum ersten Mal der „Tag der Patientensicherheit“, weil medizinische Maßnahmen nicht immer nur hilfreich sind, sondern auch tödlich enden können.

Die WHO geht davon aus, dass in jeder Minute weltweit 5 Menschen aufgrund fehlerhafter Medizinversorgung sterben.

Auf der anderen Seite wird beobachtet, dass sich die Menschen bei banalen Krankheiten immer weniger selbst zu helfen wissen.

Wie in vielen anderen Bereichen auch machen wir uns zunehmend abhängig von scheinbaren Experten, die laut WHO in 40% der Fälle eine Fehlentscheidung treffen.

Deswegen ist es sinnvoll, mehr auf sein Bauchgefühl zu hören und sich vom eigenen Körper sagen zu lassen, was ihm gut tut und was nicht.

Und den Abend dafür zu nutzen, in Ruhe zurück zu schauen auf den Tag und sich zu fragen, ob wir unser selbstgestecktes Tagesziel erreicht haben.

Das allein trägt schon viel zu einer gesunden Lebensführung bei.

Pestizide

Pestizide sind, wie der Name schon sagt, wie die Pest, nämlich tödlich.

Aber nicht nur für den Menschen, der dadurch vermehrt an Krebs erkrankt, sondern auch für die Tiere, die Mikroorganismen und damit auch für den Ackerboden, der unfruchtbar wird.

Trotzdem werden Regenwälder abgeholzt, um anschließend mit Monokulturen, in denen der Einsatz von Pestiziden unumgänglich ist, den Boden relativ schnell in eine Wüste zu verwandeln.

Allein 2018 viel ein Gebiet so groß wie England den Baggern zum Opfer.

Gleichzeitig hören wir, dass Wälder die besten CO2-Schlucker sind und wir bei verstärkter Aufforstung den Klimawandel schaffen können.

Es wird eine Frage der Gewissensbildung innerhalb der weltweiten Agrarwirtschaft sein, damit sich diese Zustände ändern.

Und so wie es in der Medizin allmählich als verwerflich gilt, unbedacht Antibiotika einzusetzen, wird auch der Einsatz von Pestiziden hoffentlich bald als Missbrauchsdelikt geahndet werden.

 

Johanni

Heute, an Johanni, entzünden wir gerne Johannifeuer, obwohl Johannes doch im Wasser des Jordan getauft hat.

Die Feuer bringen zum Ausdruck, dass Johannes Herz vor Begeisterung über den Christus brannte und er ihm mit Hilfe der Taufe zum „Durchbruch“ verhalf.

Was als kleine Kerzenflamme an Weihnachten mit dem Geburtsfest des Christus begann, ist nun am Geburtstag von Johannes dem Täufer zum lodernden Feuer geworden.

Anstatt die Welt in einen Flächenbrand kriegerischer Ereignisse zu verwandeln, sollten wir das Feuer der Begeisterung in uns wecken, dass der Herr die Einheit zwischen Himmel und Erde durch seine lebendige Beziehung zum Himmlischen Vater wieder hergestellt hat.

Die Begeisterung, mit der die jungen Menschen rund um den Globus für das Klima der Erde auf die Straße gehen, weckt Hoffnungen, dass die Mahnungen zum Sinneswandel durch Johannes den Täufer Früchte tragen werden.

Keiner ist’s gewesen

Die Rhetorik des Krieges ist immer dieselbe: „Keiner ist’s gewesen.“

Das war so bei den Giftgasangriffen in Syrien und ist auch jetzt wieder so bei den Öltankerangriffen in der Straße von Hormus.

Dabei werden solche Situationen bewusst eingesetzt, um einen Angriffskrieg nach Verteidigung aussehen zu lassen.

Aus diesem Dilemma gibt es nur einen Ausweg, nämlich nicht nur auf die Herstellung der Atombombe zu verzichten (natürlich auch die USA), sondern auf die Waffenproduktion generell.

Etwas herzustellen, wofür am Ende keiner die Verantwortung übernehmen wird, ist völlig unlogisch, verwerflich und unmenschlich.

Wenn unser Verstand nicht ausreicht, um das zu verstehen, sollte wenigstens unser Herz „nein“ dazu sagen.

Allein durch deutsche Waffen stirbt alle 15 Minuten ein Mensch irgendwo auf der Welt.

Würden wir für jedes dieser Opfer vor dem Reichstag einen Kranz niederlegen, wären das 96 Kränze jeden Tag, die auf das Konto unserer Regierung gehen, weil sie die Waffenexporte nicht einstellt.

Stattdessen gedenken wir der Opfer des 2. Weltkrieges und schauen großzügig über die täglichen Opfer der Gegenwart hinweg.

Vielleicht wird uns ja die nach dem Krieg in der Nord- und Ostsee versenkte Munition, die jetzt langsam ihre Giftstoffe freisetzt, zu der Einsicht bringen, dass die Waffenherstellung von Anfang bis Ende nur ein großes Unglück sein kann.

Pfingsten

„Pfingsten will erbeten sein, sonst bleibst Pfingsten Du allein!“

Im Gegensatz zu Weihnachten können die meisten Menschen mit Pfingsten wenig anfangen.

Selbst kommerziell wird Pfingsten nicht ausgeschöpft, obwohl man ja statt Osterhasen zum Beispiel Schokoladentauben verkaufen könnte oder statt Katzenzungen Flammenzungen.

Das Fest des Heiligen Geistes ist aber offenbar zu abstrakt, um greifbar zu sein.

Dabei wäre es so schön, wenn wir in der weltweiten Verständigung Fortschritte machen würden.

Einige Ansätze dazu gibt es ja, wenn die jungen Menschen weltweit gleichzeitig auf die Straße gehen, um ihrer Sorge um die vom Klimawandel bedrohte Erde Ausdruck zu verleihen.

Da spielen die verschiedenen Sprachen keine Rolle mehr, sondern alle haben verstanden, dass es an der Zeit ist, mehr zu tun von dem, was der Erde gut tut und weniger von dem, was ihr schadet.

Die Unterstützung des Himmels dabei will aber erbeten sein, sonst wird er in seiner freilassenden Art nicht eingreifen.

Hier gilt ganz besonders das Wort: „Bittet, so wird Euch gegeben!“

Dann steht der Ausgießung des Heiligen Geistes nichts mehr im Wege und wir dürfen gespannt sein, wo überall das „wir haben verstanden“ hörbar wird.