Macht hoch die Tür

Die Adventszeit soll uns darauf vorbereiten, unsere inneren Türen zu öffnen für den Sohn Gottes.

Überall stehen jetzt schon Weihnachtsbäume, obwohl es noch 14 Tage bis zum Fest sind und die meisten Menschen sagen, dass sie noch gar nicht auf Weihnachten eingestimmt seien.

Wobei die Menschenmassen auf den Weihnachtsmärkten zeigen, wie sehr man sich nach einem inneren Lichterlebnis sehnt.

Zu wissen, dass man im Himmel auch Weihnachten feiert und sich sehr darauf freut, kann uns vielleicht eine Hilfe sein, uns auf das Wesentliche dieses Festes zu konzentrieren.

Und dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass wir diesen hohen Besuch empfangen dürfen, auch wenn die zahlreichen Weihnachtsfeiern routinemäßig jedes Jahr ausgetragen werden.

Auf die Melodie von „Macht hoch die Tür…“ habe ich dieses Weihnachtslied mit einem neuen Text versehen, der es aus den nostalgischen Gefühlen heraushebt in ein umfassenderes Nachdenken hinein, was uns an Weihnachten erwarten kann, wenn wir uns entsprechend darauf vorbereiten.

 

Die neue Zeit

Die SPD ist auf ihrem Parteitag „in die neue Zeit“ aufgebrochen.

Sie will den bisherigen Umgang mit den finanziell Schwachen der Gesellschaft ändern.

Tatsächlich bewegen wir uns schon seit 2004 langsam in die Epoche der „Geschwisterlichkeit“ hinein und heraus aus dem Fahrwasser des egoistischen Habewillens auf Kosten anderer.

Wenn diese Epoche ganz aufgeblüht sein wird, werden wir uns nur noch wohl fühlen, wenn es unseren Mitmenschen auch einigermaßen gut geht.

Und das aber global empfunden und nicht national wohlgemerkt.

Bis dahin ist noch ein langer Weg zurückzulegen, aber es spricht ja nichts dagegen, in unseren Routenplaner schon mal einzugeben, wo wir 2030 oder 2050 angekommen sein wollen.

Ob die Erde dann ein oder zwei Grad wärmer sein wird, werden wir sehen.

Die Herzenswärme jedenfalls könnte in ihrer Durchschnittstemperatur bis dahin gefahrlos ruhig noch etwas mehr ansteigen.

 

Licht-Schutz-Meditation

Heute kommt der Nikolaus mit seinem goldenen Buch und spiegelt uns, was von unserem Tun und Lassen lichtvoll im Weltengedächtnis hängen geblieben ist.

Knecht Rupprecht hat er auch dabei, der in seinem Sack die Späne unseres Hobelns eingesammelt hat und nicht immer leicht daran trägt.

„Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten“, weil die dunklen Wesen wie Motten vom Licht magisch angezogen werden.

Nur dass sie auch versuchen, unser Leuchten möglichst klein zu halten oder gar zu unterbinden.

In jüngster Zeit versuchen sie das sehr indirekt und subtil, damit wir es möglichst lange nicht bemerken.

Deshalb ist uns eine Schutzmeditation ans Herz gelegt worden, die den spirituell Strebenden weniger angreifbar macht und denen, die ihm Arges wollen, eher den Spiegel vorhält, als ihn belästigen zu können.

So lege ich dieses Nikolaus-Geschenk in den Schuh des aufmerksamen Lesers als möglichst täglichen Wegbegleiter durch das kommende Jahr.

Buß- und Bettag

Der Buß- und Bettag wurde einmal für Notstandszeiten eingeführt und dann der Pflegeversicherung geopfert.

Außer in Sachsen, da ist er noch ein Feiertag, vielleicht, weil man dort den „Nazinotstand“ diskutiert?

Büßen und Beten scheint völlig überholt und unmodern zu sein.

Angesichts der Hilflosigkeit bei vielen Themen unserer Zeit stellt sich aber doch die Frage, ob ein Tag im Jahr überhaupt ausreichen würde, zur Umkehr aufzurufen und dafür zu beten, dass das auch gelingen möge.

Von daher lohnt es sich, darüber nachzudenken, wie wir diesen Feiertag metamorphosieren könnten und jeden Abend ein bisschen in unsere Tagesrückschau einbinden, um uns bei der Lösung privater und globaler Probleme zu unterstützen.

30 Jahre Mauerfall

Morgen feiern wir 30 Jahre Mauerfall und damit die Wiedervereinigung des geteilten Deutschlands.

Rückblickend ist man stolz auf die wunderschön renovierten Innenstädte, die das Einheitsbraun der DDR-Zeit farbenfroh überwunden haben.

In den Seelen vieler Menschen des Ostens sieht es aber nicht so rosig aus, weil sie sich von der Vereinnahmung des Westens doch etwas überrollt gefühlt haben und die eigenen Errungenschaften zu wenig gewürdigt wurden.

Die Würdigung der „Anderen“ ist weltweit ein Problem geworden und die Mauern der Abschottung nehmen eher zu denn ab.

Wir sollten mehr hinhören auf die Anliegen der Menschen, die fluchtartig ihr Land verlassen, weil unsere Konzerne der eigenen Volkswirtschaft den Boden entzogen haben und unsere exportierten Waffen ihr Leben bedrohen.

Die Diskussion um Aufnahmekontingente von einigen hundert Menschen wirkt lächerlich angesichts der Verzweiflung von Millionen Menschen, die nicht wissen, wie und wovon sie leben sollen.

Ohne globales Mitgefühl und daraus resultierende andere Verhaltensweisen werden wir diese wachsenden Probleme nicht in den Griff bekommen.

Und durch noch mehr Mauern und Stacheldraht erst recht nicht.

Uluru

Ein Rückschritt kann manchmal auch ein Fortschritt sein.

Seit gestern darf der Heilige Berg der Australier, der jetzt wieder „Uluru“ heißt und von den Einwanderern „Ayers Rock“ genannt wurde, nicht mehr bestiegen werden.

Diese Rückbesinnung auf die Gefühle und Traditionen der Ureinwohner freut mich, weil sie von einer wachsenden Sensibilität für die Anliegen der Altvorderen zeugt.

Wenn das so weiter ginge, bekämen vielleicht auch irgendwann die Kurden, die Armenier, die Indianer und viele andere Volksstämme ihr Land oder ihre Heiligtümer zurück, aus denen man sie vertrieben hat.

Mit afrikanischen Ländern laufen gerade Verhandlungen, welche Kunstschätze in ihre alte Heimat zurück kommen sollten, weil sie zur Identitätsfindung der dort lebenden Menschen einen wichtigen Beitrag leisten könnten.

Das sind alles Fragen von Gerechtigkeit und Aussöhnung.

Auch Bergen kann man gerecht werden und sich mit ihnen versöhnen.

Wer den Hüter eines Berges achtet und fragt, ob er den Berg oder eine Höhle besuchen darf, ist auf jeden Fall sicherer unterwegs als jemand, der sich darüber keine Gedanken macht und einfach drauf los marschiert.

Sprachmissbrauch

Die Häme im Internet nimmt immer mehr zu und wird im Moment breit diskutiert.

Eine Anwaltskanzlei klagt nun sogar gegen die Richter, die durch ihr schwaches Urteil Renate Künast nicht genug in Schutz nahmen vor übler Nachrede.

Auch Facebook soll mehr zur Verantwortung gezogen werden in Bezug auf das Löschen von Hasskommentaren.

Das Problem der „Umweltverschmutzung“ haben wir also spiegelbildlich nicht nur in der Natur, sondern auch im Gebrauch „schmutziger“ Sprache, wodurch jede Menge „Müll“ produziert wird.

Dabei ist die Sprache ein so kostbares Gut, das dem Urmenschen geschenkt wurde, noch bevor er sich in Männlich-Weiblich differenziert hatte (1.Moses 2,20).

Dass Tiere, Pflanzen und sogar Steine miteinander kommunizieren, wird zunehmend erkannt.

Aber reden die schlecht übereinander? Davon habe ich noch nichts gehört.

Also packen wir uns bei der eigenen Ehre und hören auf, uns verbal tief gehende Verletzungen zuzufügen, die oft schwerer wiegen als jede äußere Schramme.

Darauf zu achten sollten wir nicht noch mehr Gesetzen überlassen, sondern unserem anvertrauten Menschenverstand.

Michaeli

Heute, am 29. September, ist der Gedenktag des Erzengels Michael.

Er ist seit alters her dafür bekannt, dass er den Menschen dabei hilft, mit den gefallenen Engeln zurecht zu kommen und sie in die Schranken zu weisen (Apokalypse Kp.12,7).

Rudolf Steiner hat dieses Fest sehr betont und an den Waldorfschulen wird es entsprechend bedacht und gefeiert.

Umso mehr hat es mich überrascht, dass in der Sendung „Kontraste“ am 26.9.19  die Redakteure Anstoß daran genommen haben, dass beim Fernstudium für Waldorflehrer in Jena auch das Thema „Engel, Elementarwesen und Dämonen“ auf dem Lehrplan steht.

Als ob Engel eine Spezialität der Anthroposophie wären.

In der Bibel sind Engel und Dämonen allgegenwärtig und die christlichen Feste – wenn auch kommerziell ausgeschlachtet – werden immerhin noch gefeiert.

Noch überraschender war allerdings die Reaktion des Sprechers des Bundes der Freien Waldorfschulen, Hennig Kullak-Ublick, der ganz verwirrt darauf reagierte, dass das Thema Engel etc. gelehrt wird und das aber für falsch hielt.

Was sollen Waldorflehrer den Kindern dann über Michaeli erzählen, wenn sie im Studium nichts davon gehört haben?

Dann kann ich ihnen nur noch mit einem Lied weiterhelfen, das den Erzengel Michael besingt, denn es wäre schade, wenn nicht einmal mehr in Waldorfschulen den Kindern vermittelt würde, wer sich des Bösen in der Welt annimmt.

Prima Klima!

Was ist das für ein denkwürdiger Tag heute, an dem weltweit so viele Menschen wie noch nie für eine gemeinsame Sorge auf die Straßen gegangen sind.

Das ist die Gelegenheit, die Forderung nach Schutzmaßnahmen für das Klima einmal auszudehnen auf das Klima in den Familien, in den Betrieben und in den sozialen Netzwerken.

Da täte manchmal auch ein Klimawandel gut, sodass sich die Atmosphäre unter den Menschen verbessert und sich alle wohl und geschätzt fühlen.

An diesem Klimawandel kann jeder sofort etwas ändern und wenn wir das weltweit tun, braucht es wahrscheinlich viel weniger Gesetze und Verordnungen, die uns einen zurückhaltenden Lebensstil aufzwingen.

Wir werden freiwillig nach Wegen suchen, wie wir auch auf die Erde mehr Rücksicht nehmen können.

Denn das haben wir dann ja gelernt im herzlichen Umgang miteinander und brauchen es nur noch auf alle Naturreiche übertragen.

Tag der Patientensicherheit

Heute ist zum ersten Mal der „Tag der Patientensicherheit“, weil medizinische Maßnahmen nicht immer nur hilfreich sind, sondern auch tödlich enden können.

Die WHO geht davon aus, dass in jeder Minute weltweit 5 Menschen aufgrund fehlerhafter Medizinversorgung sterben.

Auf der anderen Seite wird beobachtet, dass sich die Menschen bei banalen Krankheiten immer weniger selbst zu helfen wissen.

Wie in vielen anderen Bereichen auch machen wir uns zunehmend abhängig von scheinbaren Experten, die laut WHO in 40% der Fälle eine Fehlentscheidung treffen.

Deswegen ist es sinnvoll, mehr auf sein Bauchgefühl zu hören und sich vom eigenen Körper sagen zu lassen, was ihm gut tut und was nicht.

Und den Abend dafür zu nutzen, in Ruhe zurück zu schauen auf den Tag und sich zu fragen, ob wir unser selbstgestecktes Tagesziel erreicht haben.

Das allein trägt schon viel zu einer gesunden Lebensführung bei.